Bildungsbündnis fordert ein Ende der Schulstrukturreformen

Das Bildungsbündnis Rheinland-Pfalz sieht der kommenden Landtagswahl mit gemischten Gefühlen entgegen, gehen doch aus den Aussagen der Parteien auf die Wahlprüfsteine des Bündnisses sehr unterschiedliche Ansätze zur Weiterentwicklung des rheinland-pfälzischen Schulsystems hervor.
Besonders kritisch sieht das Bündnis die Absichten der Grünen, integrative Systeme favorisieren und die bewährten Schularten des gegliederten Schulsystems in diese überführen zu wollen.
"Keine Studie kann belegen, dass integrative Systeme wie die Gesamtschule den Schulen des gegliederten Systems in irgendeiner Form überlegen wären. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall, " so Frau Gersch, eine Mutter aus dem Bündnis.
Zu befürchten wären vielmehr im Falle einer Regierungsbeteiligung der Grünen erneute Schulstrukturveränderungen, die die Mehrheit der Eltern schulpflichtiger Kinder nicht wollen. Wenn es so weit käme, dass Realschule plus und Gymnasien ausgehöhlt und schrittweise abgeschafft werden sollten, müsste diese Koalition mit dem massiven Widerstand der Elternschaft rechnen, fährt sie fort.
"Wir werden es nicht hinnehmen, dass bewährten Schularten der Boden unter den Füßen weggezogen werden soll. Unserer Meinung nach sind es nämlich gerade diese Schularten, die unseren Kindern die besten Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Deshalb begrüßen wir den Vorstoß der FDP, die Schulart Gymnasium in der Verfassung von Rheinland-Pfalz zu verankern, " so Frau Gersch.
Die Verbesserung der Rahmenbedingungen, wie eine gute Unterrichtsversorgung, kleinere Klassen und qualifizierte Vertretungskräfte seien allerdings wichtig und notwendig, um dem Qualitätsanspruch der abnehmenden Institutionen wie Universitäten und Wirtschaft an die Schülerschaft weiter gerecht werden zu können.
Zu begrüßen seien deshalb die Absichtserklärungen aller Parteien zur Verkleinerung der Klassen und einer besseren Unterrichtsversorgung. Allerdings seien die Zeiträume zur Umsetzung entweder gar nicht genannt oder bis ins Jahr 2015 weit gefasst worden und damit der jetzigen Schülergeneration in den weiterführenden Schulen nicht mehr von Nutzen.
"Die Absichtserklärung der Parteien, die durch die demografische Entwicklung frei gesetzten Mittel im Bildungssystem zu belassen, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, denn gerade bei der abnehmenden Schülerzahl ist die Gewährleistung qualitativ guter Bildung und Ausbildung gesellschaftlich noch notwendiger denn je," führt Frau Gersch aus.
 
Standpunkte und Forderungen des Bildungsbündnisses sind:
  1. Wir sind für den Erhalt von Gymnasien und Realschule plus von der 5. Klasse an. Wir wenden uns strikt gegen den Ausbau weiterer integrativer Systeme oder irgendeine Form von Einheitsschule.
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  3. Wir fordern die Stärkung des Leistungsprinzips und einer Leistungskultur u.a. durch die Aufwertung von Fachkompetenzen, objektiv vergleichbarer Notengebung, verbindlichen Lerninhalten und der Förderung der Leistungsbereitschaft in Schule und Elternhaus.
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  5. Wir fordern eine Absenkung der Klassenmesszahlen schon jetzt für alle Schularten und Klassenstufen.
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  7. Wir fordern eine Ausweitung der Referendarausbildung vor allem in den Mangelfächern für alle Schularten und einen bedarfsgerechten, fachspezifischen Ausbau der Lehramtsstudiengänge in beruflichen Fächern, um dem Lehrermangel und den damit verbundenen strukturellen Unterrichtsausfall zu begegnen.
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  9. Wir fordern auch für kurzfristigen Vertretungsunterricht voll ausgebildet Lehrkräfte. Um dies zu gewährleisten, muss eine Lehrerstundenzuweisung an den Schulen von über 100% bereitgestellt werden.
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  11. Das Bildungsbündnis sieht zentrale Prüfungen als Möglichkeit zur besseren Transparenz und Vergleichbarkeit von Abschlüssen in den Bildungsgängen.
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  13. Wir fordern einen zusätzlichen Stundenpool zur Förderung leistungsstarker als auch - schwächerer Schüler der Schulart und dem Schulprofil entsprechend.
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  15. Daneben sind auch flankierende Maßnahmen wie die Bereitstellung von schulsozialpolitischen Mitteln, vor allem in den berufsbildenden Schulen, auszubauen.
"Wir lehnen ideologisch geführte Strukturdebatten und erst recht weitere Strukturreformen, auch durch die Hintertür, strikt ab. Bildungspolitik darf nicht weiter zur Spielwiese von Politikern werden, die in den Schulen zwar viel Unruhe aber keine Qualitätsverbesserung erzeugt, " betont Frau Gersch.
[Quelle: Website des Bildungsbündnis Rheinland-Pfalz]